Konstruktion der Photobooth

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Nachdem ich im Internet auf zahlreichen Seiten Tipps, vor allem aber Inspiration für meine Photobooth gesucht und z.T. auch gefunden habe, berichte ich hier ganz kurz, we ich zu meiner Photobooth gekommen bin.

1. Vorüberlegungen / Anforderungen

Ich wollte von Anfang an eine kleine, möglichst unkomplizierte und leicht transportable Photobooth. Auf der anderen Seite wollte ich auf jeden Fall meine Nikon D90 nutzen.

Aus Kostengründen, sowohl hinsichtlich der Anschaffungskosten und den laufenden Kosten, habe ich auf eine Fotodruck-Funktion bewusst verzichtet; dadurch konnte ich auch Größe, Gewicht und technische Komplexität in einem für mich beherrschbaren Rahmen halten.

2. Testphase

Angefangen habe ich mit “Foto auf dem Stativ”, PC-Bildschirm auf einer Kiste vor dem Stativ und einem Blitzlicht auf einem zweiten Stativ. Den Foto habe ich ausgelöst einem Yongnuo-Funkblitzauslöser, den Blitz habe ich über Kabel an den Fotoapparat angeschlossen, den Bildschirm via HDMI.  Dies hatte Vor- und vor allem aber Nachteile:

  • Das Praktische an der Lösung: null Kosten, aber auch null Professionalität. Der Fotoapparat stand die ganze Zeit “ungeschützt”, gerade Kinder sahen sich animiert, durch den Foto zu schauen und diesen am Besten gleich noch zu verstellen.
  • Durch den PC-Bildschirm war ich auch tagsüber stets auf Strom angewiesen, eine Kabeltrommel gehörte auch bei einer Gartenparty zur Standardausrüstung.
  • Die Funkblitzauslöser sind zuverlässig, außerdem kann kein Gast ein Kabel rausreißen oder mit dem Kabel den Photobooth und das Blitzlicht umwerfen. Man kann auch mit einem Zweitauslöser aus der Ferne den Foto auslösen und so für Verwirrung sorgen… Aber: irgendwann ist der kleine Blitzauslöser verschwunden, weil irgendein lieber Gast ihn aus Versehen einsteckt.

3. Planungsphase

Deshalb entstand sehr schnell der Wunsch, den Fotoapparat sicher in eine Kiste zu packen und so dem Zugriff der Gäste zu entziehen.

Eine Photobooth ohne Fotodruck ist für mich in Ordnung, allerdings wollte ich auf jeden Fall die Fotos für die Gäste sichtbar machen. Also ging ich auf die Suche nach kleinen, leichten Bildschirmen, bestenfalls direkt mit Akku oder zumindest zum Akkubetrieb geeignet. Die Suche stellte sich aber als sehr schwierig heraus, ich bin nicht fündig geworden. Auch kein Tablet, egal welcher Hersteller und welches Betriebssystem, ist wohl als HDMI-Bildschirmausgabe zu gebrauchen.

Also landete ich letztlich bei ShutterSnitch. Mit dieser App streame ich die Fotos von meiner Nikon auf mein iPad. Für das iPad kann man einen Passwortschutz aktivieren, dann können die Gäste über das Touchdisplay nur durch die Fotos vor und zurück klicken, mehr aber auch nicht (jedenfalls solange der Home-Button nicht gedrückt wird; und die Kiste ist so bemessen, dass der Home-Button nicht erreichbar ist). Damit bin ich für einige Stunden nicht zwingend auf eine Steckdose angewiesen.

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In meiner Nikon werkelt jetzt eine SD-WiFi-Card. Ich speichere die Fotos als RAW (daraus entwickele ich die Fotos für die Gastgeber und für den Download) und als JPEG in der kleinsten Auflösung zur Anzeige am iPad, um das Datenvolumen gering zu halten und eine möglichst schnelle Wiedergabe auf dem iPad während der Veranstaltung sicher zu stellen.

Für den Fotoapparat habe ich eine Standard-Wechselplatte gekauft und in die Box eingebaut.

Aus Auslöser dient kein Grobtaster aus dem Baumarkt, sondern ein Boxenpedal vom Musikversand. Hierzu habe ich dann einen kabelgebundenen Fernauslöser gekauft und mir das Kabel entsprechend verlängern und an das Boxenpedal anschließen lassen.

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In der Kiste muss also eine Spiegelreflexkamera und ein iPad eingebaut werden können, ferner wollte ich etwas Platz, um ggfls. für das iPad einen Ersatzakku unterzubringen. Außerdem benötige ich eine Öffnung für mein Auslöserkabel.

Ein externes Blitzgerät werde ich über Funk ansteuern. Je nach Lichtsituation werde ich entweder mit ein oder zwei Aufsteckblitzen oder einem Studioblitz agieren.

Ich habe lange an dem Bauplan getüffelt. Die Öffnungen für das Objektiv und das iPad müssen passgenau sein. Ferner müssen die Nikon in der Kiste zumindest noch rudimentär bedienbar sein. Um mit verschiedenen Brennweiten arbeiten zu können, habe ich mir eine Wechselplatte besorgt, die mir in der Tiefe einen gewissen Spielraum gibt, die Nikon innerhalb der Kiste einigermaßen flexibel einsetzen zu können. Außerdem musste das iPad so verbaut werden, dass für die Gäste der Home-Button nicht erreichbar ist, andernfalls könnte der Passwortschutz umgangen werden.

4. Bau der Holzkiste

Da ich handwerklich nicht allzu geschickt bin war mir relativ schnell klar, dass selberbauen auf jeden Fall wie selbstgemacht aussehen würde. Also habe ich mich entschieden, den Bau outzusourcen. Und das war die richtige Entscheidung.

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Die Kiste hat an der Unterseite einen Boxenträger, und für die Photobooth habe ich mir einen Boxenständer gekauft, alles aus dem Musikfachhandel.

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Und fertig ist die Photobooth:

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